19 Kommentare

  1. Liebe Julia Karnick!
    Vielen Dank für den herrlichen Beitrag. Ich habe ihn gleich an meine Töchter weitergeleitet, die auch Söhne haben und mit diesem Problem versuchen umzugehen. Es ist ja aber nicht nur der Computer, die Handys sind viel schlimmer!
    Liebe Grüsse Ursula Martin

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  2. DANKE, Julia. Das tut wirklich gut zu lesen. Und besonders auch die heutige Reflektion Deines Sohnes. Das macht die Sache deutlich entspannter, und das ist vielleicht auch ein bisschen die Quintessenz: Versuchen, es nicht zu verbissen zu sehen. Vielleicht hilft ja auch das in der Kleinkindphase häufig hilfreiche Mütter-Mantra: Es ist nur ein Phase, es ist nur eine Phase, es ist….

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  3. Liebe Julia,
    vielen Dank! Ich bin mir mal wieder nicht sicher, ob Du nicht von meinem Sohn schreibst, bei uns war es ganz genau so…allerdings nur bei einem der beiden…
    Er ist auch wieder auch dem schwarzen Loch herausgekommen, spielt immer noch mal (online mit realen Freunden) hat aber auch viel anderes auf dem Zettel!
    Also: im Nachhinein alles gut, war nur eine Phase, wenn auch eine sehr anstrengende.
    Es ist doch immer beruhigend, wenn es anderen genauso geht!
    Liebe Grüße von Iris

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  4. Julia – vielen Dank für den Text! Ich habe ihn gerade im Auto auf dem Parkplatz gelesen und laut gelacht. Von außen sah ich bestimmt so aus wie eine komplett verblödete Frau, die nur auf ihr Handy starrt. In Wahrheit bin ich eine aufgeklärte und engagierte ud problembewusste Mutter, die gleich zu ihren komplett verblödeten Kindern geht und sie anmeckert, weil sie nur auf ihr Handy starren… Ich werde ihnen sagen, dass ich mich schon auf die Zeit freue, wenn sie mir kluge Briefe von ihren Weltreisen schreiben!

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  5. Simone Hartmann

    Liebe Julia Karnick,

    Sie sprechen mir aus der Seele und ich habe so gelacht beim Lesen.
    Vielen Dank dafür.

    Simone Hartmann

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  6. Angelika Hermenau

    Das ist das Beste, was ich zu diesem Thema gelesen habe. Herzlichen Dank für diese über aus treffende Schilderung. Jedes Wort davon ist wahr, jedes ! Und es ist sehr tröstlich, darüber zu lesen. Großartig.

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  7. Keller-Specker Susanne

    Liebe Julia Karnick

    Vielen herzlichen Dank für diesen absolut treffenden Artikel! Als Mutter von drei Mädchen und einem Sohn kann ich jede einzelne Zeile unterschreiben! Es gibt ja immer wieder Situationen, wo sie Schlüssel, Karten oder sogar Identitätskarten verlieren, aber das Handy verlieren sie nie, es geht höchstens kaputt. Der verlängerte Arm ist immer da, sogar schlafend im Zug! Erreichen kann man sie fast überall, meistens haben sie zwar gerade keinen Akku, wenn Mama was will:) Da sag ich nur, es geht alles vorbei und „Humor ist, wenn man trotzdem lacht!“

    Herzliche Grüsse aus der Schweiz sendet ihnen
    Susanne Keller

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  8. Großartig, treffend und einfach wahr. Neben den Medienexperten untergraben auch Lehrerinnen mit seeehr fester Meinung zu dem Thema (und anscheinend immer ohne eigene Söhne) mein Selbstwertgefühl 🙂 Und ich ertappe mich bei der inständigen Bitte: Lass wenigstens die NICHT wissen, wieviel Zeit Du am Wochenende wieder am Computer verbracht hast… Aber auch ich beobachte: Es scheint ein Leben nach dem Computer zu geben. An alle Schwestern im Geiste: Tolles Kopfkino, die Vorstellung, wie wir kollektiv mit Kampfgeschrei die einschlägigen Computer aus dem Fenster schmeißen.

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  9. Danke für diesen Artikel. Ich habe 3 Söhne (14, 16 und 8 Jahre) ich kann diesen Artikel uneingeschränkt unterschreiben. Auch ich fühle mich oft hilflos, wütend, ohnmächtig und als Versagerin. Es findet kein „richtiges“ Familienleben mehr statt und das betrübt mich sehr und auch ich habe mittlerweile resigniert. Diese Experten Tipps oder Tipps von Vorzeige Müttern mit Vorzeige Kindern kann ich nicht mehr ertragen.

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  10. Hallo,

    ich gehöre zu der Generation, die bei Seminararbeiten den Übergang von der Olympia zum PC vollzogen hat. Computerspiele liefen unter DOS – und ich erinnere mich an einen Wohnheimleiter, der mal in einer Konfere5einschlief, weil er die ganze Nacht SimCity gespielt hatte. Das war 1993.
    Hesse gehört mit Kafka zu den wenigen Büchern, die ich nach wenigen Seiten weggelegt habe; das war einfach nicht meins. Obwohl ich schon in verzweifelter Suche nach Lesestoff das Telefonbuch gelesen habe. Aber Hesse – nee.
    Mir scheint, das Problem ist nicht der Computer. (Wir haben eine Siebenjährige, auf die mutatis mutandis [bis auf die Zeitbeschränkungen] alles Beschriebene zutrifft – nur liest sie Bücher. „Ich kann nicht essen kommen, ich muss lesen.“ Was soll man da sagen…)
    Es liegt, meine ich, eher an einer Art Eifersucht. Die emotionale Sprache (wenn meine Kinder so reden, nenne ich das einen Griff ins Klo; aber manchmal muss man halt kein Blatt vor den Mund nehmen) zeigt deutlich: es geht nicht um ein Konzept, sondern um eine Kränkung. Wir – aber meiner Beobachtung nach eher Mütter als Väter – sind gekränkt, weil unser Schatz nicht tut, was er sol, sondern eigene Wahlen trifft. Gegen uns! Für Sachen, die wir nicht kennen und nicht mögen! Mit seinen Sorgen und Problemen kommt er nicht zu uns, sondern sucht eigene Auswege!
    Dabei wissen wir ganz genau: das muss so sein, und an dem Tag, wenn wir erfahren, dass er wirklich „an Mädchen herumgespielt“ hat, sind wir auch nicht begeistert – außer er hat es so lange geheim gehalten, dass wir uns schon Fragen stellten… Väter sind da tendenziell lockerer. Jedenfalls mit Söhnen. Die sollen ja groß werden. Für die Töchter dagegen – eh da ein Knabe „dran rumspielt“, wird ein Rottweiler angeschafft…

    Und doch. Erwachsen werden sie alle. Ob sie „yeh-yeh-Musik“ hören wie die Beatles Generation und Hesse lesen, ob sie wie meine Generation vom Fernseher angezogen werden wie Fliegen von der… (oh, da ist ja das böse Wort wieder!), ob sie ihre freie Zeit mit Computerspielen verbringen, ob sie ihre Kommunikation mit WhatsApp führen oder das Telefon monopolisieren – zu meiner Zeit noch mit 7m Kabel quer durchs Haus…
    Sie werden groß, und sie werden ihr eigenes Leben führen. Ohne Mama und Papa.
    … Und die, die das nicht schaffen, die werden ihren Eltern eine große Last sein, und sie werden sich wünschen, die Kinder hätten es geschafft, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen…

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  11. Das Zitat „Ich nehme ihm den PC regelmäßig weg oder schalte das WLAN aus. Das hat schon zu vielen unschönen Szenen zuhause geführt. Ich habe allerdings noch nicht auf den PC eingeschlagen. Wohl auf meinen Sohn.” finde ich ganz schön krass. Bei aller Verzweiflung: Das Kind schlagen? Das ist Körperverletzung und doppelt absurd in dem Fall, wenn es aus der Angst heraus passiert, dass das Kind verroht.
    Ich finde auch nicht, dass man solchen Aussagen unkommentiert eine Plattform geben sollte.

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  12. Schließe mich dem nuf an.
    Auch über blatanten Heterosexismus gestolpert. Ein Problem, das Teenager haben können, ist mangelnde Akzeptanz. Wäre schade, wenn’s daran scheitert, dass Eltern nicht begreifen können, dass nicht alle Söhne an Mädchen rumspielen oder sich in damit zusammenhängende Rollenbilder fügen möchten – zB Mädchen als Ersatz für Spiele zu betrachten, ob „witzig“ oder nicht. (Oder sich von Aufgaben und Belangen der Familie zurückzuziehen. Könnte ja einen Zusammenhang damit geben, dass das ein Sohnproblem zu sein scheint. Wobei die Frage offen bleibt, ob und was genau an der Situation nun wirklich ein Problem ist.)

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  13. Ich war so ein Junge. Ich bin in den 80ern aufgewachsen und habe sehr, sehr viel Zeit am C64 Heimcomputer verbracht. Es gab mit meiner Mutter genau diese Konflikte um Computerzeiten usw.

    Ich habe schon als Kind gespuert, dass der Computer meine Mutter stark verunsichert. Es war etwas neues das sie nicht kannte, und das ihr Angst gemacht hat. Sie wollte mich aber auch vor diesem neuen unbekannten „beschuetzen“. Nur an Stelle mit mir zu reden und sich anzusehen, was da machte, hat sie sich fuer sich ein Urteil gebildet und das dann umgesetzt. Ich habe immer gespuert, dass sie es gut meinte, aber hätte mir eben auch gewünscht, dass sie Interesse fuer das Zeit, was mir persoenlich so wichtig ist und mit dem ich viel Zeit verbracht. Ich hätte dies gern mit meinen Eltern geteilt. Glücklicherweise habe ich immer nur „wohlmeinende Unsicherheit/Angst“ gespürt, nie Hass..nicht auf den Computer und schon gar nicht auf mich. Trotzdem hat es meine Kindheit und das Verhaeltnis zu meiner Mutter belastet und beschaedigt…

    Heute bin ich ueber 40 (und besitze ein IT-Unternehmen) und meine Mutter anfang 70. Wir sprechen über die Zeit von damals. Was gut war, was nicht so gut war… und ich habe ihr all das oben gesagt und sie mir dies auch bestaetigt…

    Eltern-Kind Verhaeltnisse sind immer schwierig, und der „Schaden“ war hier noch uebersichtlich…aber er war da und war vermeidbar, wäre nur mehr Kommunkation und Anteilnahme da gewesen. Damals wie heute, haette ich mir Interesse und Anteilnahme gewuenscht..an dem was mich da so begeistert..was einen großen Teil meines Lebens ausgemacht hat.

    Glücklicherweise musste ich hier nie einen wie oben beschriebenen Hass oder Sarkasmus aushalten. Das hätte unser Verhältnis nur noch weiter beschädigt und nichts geändert…

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  14. „„Ich nehme ihm den PC regelmäßig weg oder schalte das WLAN aus. Das hat schon zu vielen unschönen Szenen zuhause geführt. Ich habe allerdings noch nicht auf den PC eingeschlagen. Wohl auf meinen Sohn.”

    Das ist übrigens, seit den 80ern, eine Straftat. Als jemand, der Baujahr 76, eben solche Maßnahmen im Comodore und Amiga Zeitalter über sich ergehen lasen musste: In der Rückschau war es nicht der massive Konsum der frühen Computerspiele (c64 -> nach Amiga, von doom, nach Quake, nach World of Warcraft, nach Eve Online) der heute mein Leben beeinflusst, sondern die von den Eltern erteilten körperlichen Züchtigungen, welche mich wohl von so verhalten absehen lassen sollte, dabei aber übersahen: Das Kind schlagen macht die Impulskontrolle kaputt und in so fern auch die Widerstandsfähigkeit gegen so „Unterhaltungszucker/Unterhaltungsdrogen“ wie moderne Computerspiele.

    Aus Sicht der „gewaltfreien Kommunikation“ (evtl. mal nachschlagen – legt der Tonfall des Artikels nahe) ist der ganze Artikel eine Vermischung von Beobachtungen und eigenen Bewertungen. So sehr das verständlich ist, beim Thema „eigener Sohn“ und den angenommenen Gefahren, so sehr ergibt sich die Gefahr halt auch dem eigenen „BIAS“ aufzusetzen und dann dinge besser zu bewerten als sie sind. Z.B: die alte Zeit.

    Sorry Leute, wenn Ihr Gewalt gegen eure Kinder oder auch deren Eigentum (aka psychische Gewalt) ausübt oder die ganze Zeit unterdrücken müsst: Wo ist denn dann eigentlich das Problem? Das Schlagen von Kindern ist nun fast so lange verboten wie wir zwei wahrscheinlich alt sind.

    Da es kein Züchtigungsrecht mehr in der Familie gibt, stellt das was dir da eine der 4 Mamas berichtet hat wahrscheinlich einen Straftatbestand da. Ich würde zumindest mal der Mutter raten, sich hier beraten zu lassen: In einem Anger Management Kurs. Die Kinder sleber haben weder drum gebeten geboren zu werden, noch das in dieser Zeit zu tun. Das ist reine Elternentscheidung – Das kind hat hier keinen Beitrag geleistet. Es dann am Ende für die eigene Unfähigkeit, sich der neue Zeit anzupassen, mit Körperstrafe zu versehen finde ich krass.

    Ich kann nur für mich sprechen: Jede Minute, die ich mich meinem eigenen Leben mit der „Flucht“ in ein Computerspiel begeben konnte, war frei von elterlicher Gewalt, dem Mobbing der Klassenkollegen (auch hier stehen gezüchtigte Kinder schlechter da) und auch übrigens dem heroin was in meinem Freundeskreis grassierte als ich so 17 war. Während die coolen von der Schule alle irgendwann abhängig waren und heute noch an einem Hauptbahnhof Deutschlands ihr Zeug verkaufen hat der ach so unsoziale Nerd ein anderes Leben.

    Alles in allem: der Computer hat nicht nur mir das Leben gerettet und vielleicht schaffen es die vielen „hilflosen Eltern“ nicht immer denInhalt ihres Kopfes als Erwartung direkt auf die Kinder und Pubertäre anzuwenden.

    Mail habe ich hinterlassen, kannste antworten wenn du noch Fragen hast. Ansonsten wäre ich davon begeistert, wenn weniger Straftaten (körperliche Züchtigung oder Herabwürdigung Schutzbefohlener) hier unkommentiert stehen würden.

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  15. „Ich frage mich, womit ich es verdient habe, so einen Nerd als Sohn zu haben. Warum kann er, verdammt noch mal, nicht so sein wie ich früher? Manchmal bin ich kurz davor, frustriert herum zu schreien.”
    Und der Sohn fragt sich, womit habe ich es verdient, so eine egoistische Mutter zu haben. Wieso zeigt sie kein Interesse für mein Leben und Hobbys, wieso erwartet sie dass ich genauso wie sie werde, obwohl jeder Mensch anders ist.
    Gerade deine Einstellung wird euer Verhältnis kaputt machen und nicht der Computer.

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