42 Kommentare

  1. Liebe Julia Karnick!
    Vielen Dank für den herrlichen Beitrag. Ich habe ihn gleich an meine Töchter weitergeleitet, die auch Söhne haben und mit diesem Problem versuchen umzugehen. Es ist ja aber nicht nur der Computer, die Handys sind viel schlimmer!
    Liebe Grüsse Ursula Martin

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  2. DANKE, Julia. Das tut wirklich gut zu lesen. Und besonders auch die heutige Reflektion Deines Sohnes. Das macht die Sache deutlich entspannter, und das ist vielleicht auch ein bisschen die Quintessenz: Versuchen, es nicht zu verbissen zu sehen. Vielleicht hilft ja auch das in der Kleinkindphase häufig hilfreiche Mütter-Mantra: Es ist nur ein Phase, es ist nur eine Phase, es ist….

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  3. Liebe Julia,
    vielen Dank! Ich bin mir mal wieder nicht sicher, ob Du nicht von meinem Sohn schreibst, bei uns war es ganz genau so…allerdings nur bei einem der beiden…
    Er ist auch wieder auch dem schwarzen Loch herausgekommen, spielt immer noch mal (online mit realen Freunden) hat aber auch viel anderes auf dem Zettel!
    Also: im Nachhinein alles gut, war nur eine Phase, wenn auch eine sehr anstrengende.
    Es ist doch immer beruhigend, wenn es anderen genauso geht!
    Liebe Grüße von Iris

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    1. So toll geschrieben – ich habe uns in vielem wieder erkannt
      Ich sage immer, wenn sie (12 + 15, beides Jungs) soviel Energie in die Schule stecken würden … diese Ausdauer haben sie aber nur am PC
      Aber sie machen beide auch noch was anderes und gehen raus … da kann ich mich nicht beklagen …

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  4. Julia – vielen Dank für den Text! Ich habe ihn gerade im Auto auf dem Parkplatz gelesen und laut gelacht. Von außen sah ich bestimmt so aus wie eine komplett verblödete Frau, die nur auf ihr Handy starrt. In Wahrheit bin ich eine aufgeklärte und engagierte ud problembewusste Mutter, die gleich zu ihren komplett verblödeten Kindern geht und sie anmeckert, weil sie nur auf ihr Handy starren… Ich werde ihnen sagen, dass ich mich schon auf die Zeit freue, wenn sie mir kluge Briefe von ihren Weltreisen schreiben!

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  5. Simone Hartmann

    Liebe Julia Karnick,

    Sie sprechen mir aus der Seele und ich habe so gelacht beim Lesen.
    Vielen Dank dafür.

    Simone Hartmann

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  6. Angelika Hermenau

    Das ist das Beste, was ich zu diesem Thema gelesen habe. Herzlichen Dank für diese über aus treffende Schilderung. Jedes Wort davon ist wahr, jedes ! Und es ist sehr tröstlich, darüber zu lesen. Großartig.

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  7. Keller-Specker Susanne

    Liebe Julia Karnick

    Vielen herzlichen Dank für diesen absolut treffenden Artikel! Als Mutter von drei Mädchen und einem Sohn kann ich jede einzelne Zeile unterschreiben! Es gibt ja immer wieder Situationen, wo sie Schlüssel, Karten oder sogar Identitätskarten verlieren, aber das Handy verlieren sie nie, es geht höchstens kaputt. Der verlängerte Arm ist immer da, sogar schlafend im Zug! Erreichen kann man sie fast überall, meistens haben sie zwar gerade keinen Akku, wenn Mama was will:) Da sag ich nur, es geht alles vorbei und „Humor ist, wenn man trotzdem lacht!“

    Herzliche Grüsse aus der Schweiz sendet ihnen
    Susanne Keller

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  8. Großartig, treffend und einfach wahr. Neben den Medienexperten untergraben auch Lehrerinnen mit seeehr fester Meinung zu dem Thema (und anscheinend immer ohne eigene Söhne) mein Selbstwertgefühl 🙂 Und ich ertappe mich bei der inständigen Bitte: Lass wenigstens die NICHT wissen, wieviel Zeit Du am Wochenende wieder am Computer verbracht hast… Aber auch ich beobachte: Es scheint ein Leben nach dem Computer zu geben. An alle Schwestern im Geiste: Tolles Kopfkino, die Vorstellung, wie wir kollektiv mit Kampfgeschrei die einschlägigen Computer aus dem Fenster schmeißen.

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  9. Danke für diesen Artikel. Ich habe 3 Söhne (14, 16 und 8 Jahre) ich kann diesen Artikel uneingeschränkt unterschreiben. Auch ich fühle mich oft hilflos, wütend, ohnmächtig und als Versagerin. Es findet kein „richtiges“ Familienleben mehr statt und das betrübt mich sehr und auch ich habe mittlerweile resigniert. Diese Experten Tipps oder Tipps von Vorzeige Müttern mit Vorzeige Kindern kann ich nicht mehr ertragen.

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  10. Hallo,

    ich gehöre zu der Generation, die bei Seminararbeiten den Übergang von der Olympia zum PC vollzogen hat. Computerspiele liefen unter DOS – und ich erinnere mich an einen Wohnheimleiter, der mal in einer Konfere5einschlief, weil er die ganze Nacht SimCity gespielt hatte. Das war 1993.
    Hesse gehört mit Kafka zu den wenigen Büchern, die ich nach wenigen Seiten weggelegt habe; das war einfach nicht meins. Obwohl ich schon in verzweifelter Suche nach Lesestoff das Telefonbuch gelesen habe. Aber Hesse – nee.
    Mir scheint, das Problem ist nicht der Computer. (Wir haben eine Siebenjährige, auf die mutatis mutandis [bis auf die Zeitbeschränkungen] alles Beschriebene zutrifft – nur liest sie Bücher. „Ich kann nicht essen kommen, ich muss lesen.“ Was soll man da sagen…)
    Es liegt, meine ich, eher an einer Art Eifersucht. Die emotionale Sprache (wenn meine Kinder so reden, nenne ich das einen Griff ins Klo; aber manchmal muss man halt kein Blatt vor den Mund nehmen) zeigt deutlich: es geht nicht um ein Konzept, sondern um eine Kränkung. Wir – aber meiner Beobachtung nach eher Mütter als Väter – sind gekränkt, weil unser Schatz nicht tut, was er sol, sondern eigene Wahlen trifft. Gegen uns! Für Sachen, die wir nicht kennen und nicht mögen! Mit seinen Sorgen und Problemen kommt er nicht zu uns, sondern sucht eigene Auswege!
    Dabei wissen wir ganz genau: das muss so sein, und an dem Tag, wenn wir erfahren, dass er wirklich „an Mädchen herumgespielt“ hat, sind wir auch nicht begeistert – außer er hat es so lange geheim gehalten, dass wir uns schon Fragen stellten… Väter sind da tendenziell lockerer. Jedenfalls mit Söhnen. Die sollen ja groß werden. Für die Töchter dagegen – eh da ein Knabe „dran rumspielt“, wird ein Rottweiler angeschafft…

    Und doch. Erwachsen werden sie alle. Ob sie „yeh-yeh-Musik“ hören wie die Beatles Generation und Hesse lesen, ob sie wie meine Generation vom Fernseher angezogen werden wie Fliegen von der… (oh, da ist ja das böse Wort wieder!), ob sie ihre freie Zeit mit Computerspielen verbringen, ob sie ihre Kommunikation mit WhatsApp führen oder das Telefon monopolisieren – zu meiner Zeit noch mit 7m Kabel quer durchs Haus…
    Sie werden groß, und sie werden ihr eigenes Leben führen. Ohne Mama und Papa.
    … Und die, die das nicht schaffen, die werden ihren Eltern eine große Last sein, und sie werden sich wünschen, die Kinder hätten es geschafft, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen…

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  11. Das Zitat „Ich nehme ihm den PC regelmäßig weg oder schalte das WLAN aus. Das hat schon zu vielen unschönen Szenen zuhause geführt. Ich habe allerdings noch nicht auf den PC eingeschlagen. Wohl auf meinen Sohn.” finde ich ganz schön krass. Bei aller Verzweiflung: Das Kind schlagen? Das ist Körperverletzung und doppelt absurd in dem Fall, wenn es aus der Angst heraus passiert, dass das Kind verroht.
    Ich finde auch nicht, dass man solchen Aussagen unkommentiert eine Plattform geben sollte.

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    1. Sorry für die recht späte Antwort, ich war weg übers WE und ohne WLAN und Laptop.

      Du hast völlig Recht, diese Aussage kommt so unkommentiert sehr fragwürdig rüber.

      Zur Erklärung: Ich bin ein sehr großer Fan von Aufrichtigkeit, wenn es um Familien-/Eltern-/Kinder-Themen geht, weil ich finde, dass in diesem Bereich viel zu viel idealisiert wird und das niemandem hilft. Deshalb finde ich es richtig und wichtig, es nicht zu tabuisieren, dass Kinder mit ihrem Verhalten manchmal bei Eltern auch sehr negative Gefühle wie z.B. Wut und Aggressionen auslösen. Aber natürlich ist es alles andere als gut oder auch nur okay, dieser Wut nachzugeben in Form von seelischer oder körperlicher Gewalt, als Erwachsene muss man sich eigentlich im Griff haben: Ein solcher Kontrollverlust demütigt und verletzt das Kind und ist kein Zeichen von elterlicher Stärke, sondern im Gegenteil von Schwäche und Überforderung.

      Nicht weil ich ein solches Verhalten in Ordnung finde, sondern um das Ausmaß, in dem sich die befragte Mutter gelegentlich überfordert fühlt, nicht zu beschönigen, habe ich diesen Satz einfach so stehen lassen. Und natürlich auch, weil ich sie persönlich gut kenne, weil ich weiß, wie sehr sich selbst grämt darüber, dass ihr so etwas schon mal passiert ist – aber dieses Wissen kann ich natürlich nicht stillschweigend voraussetzen. Insofern: Danke für den Hinweis!

      Autorin Antworten
  12. Schließe mich dem nuf an.
    Auch über blatanten Heterosexismus gestolpert. Ein Problem, das Teenager haben können, ist mangelnde Akzeptanz. Wäre schade, wenn’s daran scheitert, dass Eltern nicht begreifen können, dass nicht alle Söhne an Mädchen rumspielen oder sich in damit zusammenhängende Rollenbilder fügen möchten – zB Mädchen als Ersatz für Spiele zu betrachten, ob „witzig“ oder nicht. (Oder sich von Aufgaben und Belangen der Familie zurückzuziehen. Könnte ja einen Zusammenhang damit geben, dass das ein Sohnproblem zu sein scheint. Wobei die Frage offen bleibt, ob und was genau an der Situation nun wirklich ein Problem ist.)

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  13. Ich war so ein Junge. Ich bin in den 80ern aufgewachsen und habe sehr, sehr viel Zeit am C64 Heimcomputer verbracht. Es gab mit meiner Mutter genau diese Konflikte um Computerzeiten usw.

    Ich habe schon als Kind gespuert, dass der Computer meine Mutter stark verunsichert. Es war etwas neues das sie nicht kannte, und das ihr Angst gemacht hat. Sie wollte mich aber auch vor diesem neuen unbekannten „beschuetzen“. Nur an Stelle mit mir zu reden und sich anzusehen, was da machte, hat sie sich fuer sich ein Urteil gebildet und das dann umgesetzt. Ich habe immer gespuert, dass sie es gut meinte, aber hätte mir eben auch gewünscht, dass sie Interesse fuer das Zeit, was mir persoenlich so wichtig ist und mit dem ich viel Zeit verbracht. Ich hätte dies gern mit meinen Eltern geteilt. Glücklicherweise habe ich immer nur „wohlmeinende Unsicherheit/Angst“ gespürt, nie Hass..nicht auf den Computer und schon gar nicht auf mich. Trotzdem hat es meine Kindheit und das Verhaeltnis zu meiner Mutter belastet und beschaedigt…

    Heute bin ich ueber 40 (und besitze ein IT-Unternehmen) und meine Mutter anfang 70. Wir sprechen über die Zeit von damals. Was gut war, was nicht so gut war… und ich habe ihr all das oben gesagt und sie mir dies auch bestaetigt…

    Eltern-Kind Verhaeltnisse sind immer schwierig, und der „Schaden“ war hier noch uebersichtlich…aber er war da und war vermeidbar, wäre nur mehr Kommunkation und Anteilnahme da gewesen. Damals wie heute, haette ich mir Interesse und Anteilnahme gewuenscht..an dem was mich da so begeistert..was einen großen Teil meines Lebens ausgemacht hat.

    Glücklicherweise musste ich hier nie einen wie oben beschriebenen Hass oder Sarkasmus aushalten. Das hätte unser Verhältnis nur noch weiter beschädigt und nichts geändert…

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  14. „„Ich nehme ihm den PC regelmäßig weg oder schalte das WLAN aus. Das hat schon zu vielen unschönen Szenen zuhause geführt. Ich habe allerdings noch nicht auf den PC eingeschlagen. Wohl auf meinen Sohn.”

    Das ist übrigens, seit den 80ern, eine Straftat. Als jemand, der Baujahr 76, eben solche Maßnahmen im Comodore und Amiga Zeitalter über sich ergehen lasen musste: In der Rückschau war es nicht der massive Konsum der frühen Computerspiele (c64 -> nach Amiga, von doom, nach Quake, nach World of Warcraft, nach Eve Online) der heute mein Leben beeinflusst, sondern die von den Eltern erteilten körperlichen Züchtigungen, welche mich wohl von so verhalten absehen lassen sollte, dabei aber übersahen: Das Kind schlagen macht die Impulskontrolle kaputt und in so fern auch die Widerstandsfähigkeit gegen so „Unterhaltungszucker/Unterhaltungsdrogen“ wie moderne Computerspiele.

    Aus Sicht der „gewaltfreien Kommunikation“ (evtl. mal nachschlagen – legt der Tonfall des Artikels nahe) ist der ganze Artikel eine Vermischung von Beobachtungen und eigenen Bewertungen. So sehr das verständlich ist, beim Thema „eigener Sohn“ und den angenommenen Gefahren, so sehr ergibt sich die Gefahr halt auch dem eigenen „BIAS“ aufzusetzen und dann dinge besser zu bewerten als sie sind. Z.B: die alte Zeit.

    Sorry Leute, wenn Ihr Gewalt gegen eure Kinder oder auch deren Eigentum (aka psychische Gewalt) ausübt oder die ganze Zeit unterdrücken müsst: Wo ist denn dann eigentlich das Problem? Das Schlagen von Kindern ist nun fast so lange verboten wie wir zwei wahrscheinlich alt sind.

    Da es kein Züchtigungsrecht mehr in der Familie gibt, stellt das was dir da eine der 4 Mamas berichtet hat wahrscheinlich einen Straftatbestand da. Ich würde zumindest mal der Mutter raten, sich hier beraten zu lassen: In einem Anger Management Kurs. Die Kinder sleber haben weder drum gebeten geboren zu werden, noch das in dieser Zeit zu tun. Das ist reine Elternentscheidung – Das kind hat hier keinen Beitrag geleistet. Es dann am Ende für die eigene Unfähigkeit, sich der neue Zeit anzupassen, mit Körperstrafe zu versehen finde ich krass.

    Ich kann nur für mich sprechen: Jede Minute, die ich mich meinem eigenen Leben mit der „Flucht“ in ein Computerspiel begeben konnte, war frei von elterlicher Gewalt, dem Mobbing der Klassenkollegen (auch hier stehen gezüchtigte Kinder schlechter da) und auch übrigens dem heroin was in meinem Freundeskreis grassierte als ich so 17 war. Während die coolen von der Schule alle irgendwann abhängig waren und heute noch an einem Hauptbahnhof Deutschlands ihr Zeug verkaufen hat der ach so unsoziale Nerd ein anderes Leben.

    Alles in allem: der Computer hat nicht nur mir das Leben gerettet und vielleicht schaffen es die vielen „hilflosen Eltern“ nicht immer denInhalt ihres Kopfes als Erwartung direkt auf die Kinder und Pubertäre anzuwenden.

    Mail habe ich hinterlassen, kannste antworten wenn du noch Fragen hast. Ansonsten wäre ich davon begeistert, wenn weniger Straftaten (körperliche Züchtigung oder Herabwürdigung Schutzbefohlener) hier unkommentiert stehen würden.

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  15. „Ich frage mich, womit ich es verdient habe, so einen Nerd als Sohn zu haben. Warum kann er, verdammt noch mal, nicht so sein wie ich früher? Manchmal bin ich kurz davor, frustriert herum zu schreien.”
    Und der Sohn fragt sich, womit habe ich es verdient, so eine egoistische Mutter zu haben. Wieso zeigt sie kein Interesse für mein Leben und Hobbys, wieso erwartet sie dass ich genauso wie sie werde, obwohl jeder Mensch anders ist.
    Gerade deine Einstellung wird euer Verhältnis kaputt machen und nicht der Computer.

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    1. Lieber Anon,
      wenn man nicht konstruktiv miteinander sprechen kann und seine Kritik nicht differenziert und höflich hervor bringen kann, dann sollte man sich vielleicht auch lieber zurück halten?
      So reproduzierst Du leider nur das Klischee des aggressiven Gamers.

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  16. Domi-Wan Kenobi

    Ich bin sprachlos. Wann kann gar nicht so kräftig mit dem Kopf schütteln, wie man müsste um diese Verallgemeinerung und Halbwahrheit zu ertragen.

    Videospiele sind ein Medium, genauso wie Bücher, Filme, Serien etc.

    Ehrliches Interesse an diesem Hobby seitens der Eltetn würden Kinder sicherlich positiv quittieren.

    Das Thema Medienkompetenz fängt nicht erst im Alter von 10-15 an, sondern sollte von Anfang an Thema sein.

    Das Netz ist voll mit guten Inhalten zu Videospielen. Man muss nur selber suchen oder vielleicht mal fragen.

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  17. Hallo Frau Karnick,
    ich bin einer der „spielenden Söhne“. Von meiner Kindheit an wurden Spiele nach und nach ein größerer Teil meiner Freizeitgestaltung und ich will nicht bestreiten, dass der Computer auch für hitzige Diskussionen bei uns zu Hause gesorgt hat. Inzwischen bin ich 19, also noch nicht allzu weit von dieser Zeit entfernt, studiere und kann rückblickend sagen, dass meine Eltern in diesem Bezug wohl Vieles richtig gemacht haben.
    Zunächst möchte ich sagen, dass ich glaube, dass es an dem Punkt, an dem der PC schon zum Problem geworden ist, nicht mehr viel zu ändern ist. Ein gutes Fundament ist hier wichtig. In meinem Fall durfte ich schon seit ich 4 Jahre alt war regelmäßig (natürlich stark begrenzt) Zeit am Computer verbringen. So wuchs ich mit dem Gedanken auf, dass der Computer zwar als Unterhaltung dienen darf, ich mich aber auch anders beschäftigen muss. Die Zeiten haben meine Eltern langsam angepasst. Und als ich anfing meinen Computer relativ frei zu benutzen (vermutlich mit 12/13) galt noch immer die Regel auch noch andere Dinge zu tun. So galt mein ganzes Leben lang: Mindestens eine Sportart musst du ausüben. Nun hatte ich mir mit Kanusport eine Saisonsportart ausgesucht, im Winter war ich also deutlich mehr zu Hause. Meistens lag der Streit daher auch in den Wintermonaten.
    Zum Thema Streit muss ich dann auch gleich sagen: Mehr Interesse durch meine Eltern wäre toll gewesen!
    Denn zum Ersten: mit einem PC kann man deutlich mehr machen als spielen! Die erste Annahme meiner Eltern war auch stets, dass ich spielte. Tatsächlich habe ich dort aber viel mehr getan. Ich habe kreativ gearbeitet, gelernt wie ich Pixel- oder Vektorgrafiken erstelle, in Musikproduktion reingeschnupptert, mir beigebracht, wie man Websites gestaltet. Daraus ist sogar ein gut bezahlter Nebenjob und die Website meines Vereins resultiert. Später habe ich auch noch mit 3D Grafik begonnen. All das sagt den meisten, die es lesen nicht sehr viel. Genau so wenig meinen Eltern – und das war der Punkt, ich hätte gern erzählt, dass ich gelernt habe, wie man bestimmte Dinge tut, da ich aber nur den Computer erwähnen musste, um wieder eine störende Grundspannung zu bemerken, habe ich das nach kurzer Zeit wieder aufgegeben. Es war allerdings genug durchgedrungen, dass ich für jede Karte zu Omas Geburtstag o.ä. zuständig war…
    Aber auch im Spielebereich hätte ich mir Interesse gewünscht. Ich studiere nun Game Design – Spieleentwicklung – das hat ausgelöst, dass meine Eltern erstmals wissen wollten, was genau ich denn so spiele und warum. Das hat mich unglaublich gefreut und ich habe gern darüber gesprochen. Auch die Debatte des „Warum Menschen erschießen?“ haben wir geführt, wenn beide Seiten sachlich bleiben (keine Vorwürfe oder Andeutungen!), kann das sehr erfolgreich verlaufen.
    Meine Eltern haben erst verstanden, was ich alles an meinem PC getan habe, als ich mich an meiner Hochschule bewarb. Mein Vater hatte mich 400km zum Vorstellungsgespräch gefahren. Wie in künstlerischen Studiengängen üblich, musste ich einige meiner Werke mitnehmen und zeigen. Bei der Diskussion dieser Werke, meint mein Vater, sei ihm aufgefallen, wie viel ich gelernt hatte, was ich alles tun musste. Das hätte viel eher sein können und hätte uns vermutlich einiges an Ärger ersparen können. Ich will nicht bestreiten, dass ich auch sehr viel Zeit am PC war, aber allein der falsche Vorwurf des Nur-Spielens hat mich verletzt.

    Nun kann ich also am Ende sagen, dass ich all diesen Räten der Medienpädagogen nur beipflichten kann. Wichtig ist nur sehr früh damit zu beginnen. Interessiert ihr euch erst dann, wenn das Kind für sich alleine sein Ding durchzieht, ist es zu spät.

    Viele Grüße
    nächstes Mal bitte nicht so einseitig!
    Timo K.

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  18. Guten Morgen,

    ich bin selbst eine „zockende“ Tochter. Ich habe im Alter von 11 Jahren den PC für mich entdeckt und meine gesamte Freizeit und manchmal auch Schulzeit daran verbracht. Während meine damaligen Freunde sich plötzlich fürs Feiern, Alkohol und einer tatsächlich auch für Drogen zu interessieren begann, war ich in meiner Fantasy Welt mit meinen damals noch virtuellen Freunden sehr glücklich.
    Irgendwann jedoch, begann mein Spielekonsum überhand zu nehmen. Ich baute in der Schule ab und stand mit 19 kurz davor vor dem nichts zu stehen. Damals wohnte ich noch zu Hause und ich weiß, auch wenn sie nie viel gesagt haben, dass meine Eltern verzweifelt waren was denn aus mir werden soll und was sie falsch gemacht hatten. Es hätte keinen Sinn gemacht, wenn sich meine Eltern daneben gesetzt hätten, denn dann wäre dieselbe Reaktion wie oben beschrieben passiert. Aber bitte, liebe Mütter und Väter, ihr findet unser zocken und die Spiele scheiße. Wir finden es vielleicht scheiße den Samstag an der Ostsee zu verbringen, nachdem ihr von uns wolltet, dass wir die restliche Woche vorher auch jeden Tag überall hin mitgekommen sind. Kaum einer dieser Generation versteht das. So sind wir heute und vielleicht ist es unserer Generation vergönnt, besser damit umzugehen wenn wir Kinder haben. Ich habe noch keine, deshalb weiß ich dazu nichts zu sagen. Ich bin ebenfalls mit Leichtigkeit durch einige Verbots- und Einschränkungsversuche gekommen. Hab irgendwie immer wieder meine Internetverbindung herstellen können. Ich hab PCs auseinander gebaut und wieder angeschlossen. All das um wieder online gehen zu können.
    Nun nachdem ich mit 19 also da saß und mir dachte: So kann es nicht weiter gehen! Da hab ich mich angefangen bei Schulen zu bewerben. Keiner wollte mich mitten im Jahr, außer eine und die kostete Geld. Und da war ich, wen wundert es, auf die Hilfe meiner Eltern angewiesen. Ich habe mein Abitur nochmal neu aufgenommen, ich habe eine Ausbildung gemacht. Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht und verdiene mit dem „Scheißcomputer“ ein Heidengeld.
    All die virtuellen Freunde sind immer noch da und mittlerweile reale Freunde. Man sieht sich nicht so oft, aber man kommt rund in der Welt. Das Internet hat mir die Möglichkeit gegeben Leute überall auf der Welt kennen und lieben zu lernen. Es hat meine Sprachkenntnisse erweitert.. und ach ja.
    Ich habe meinen Mann übers zocken kennen gelernt.

    Ich würde mir wünschen, wenn ich diese bösen Worte wie Scheißcomputer oder Nerd und all diese Kommentare nicht hören müsste, denn unsere Generation und die nach uns kommen, wir sind so. Wir ändern uns nicht. Wir wünschen uns Verständnis und hassen es wenn wir in „Freizeitprogramm“ gezwungen werden, obwohl wir gerne was anderes tun würden. „Ballerspiele“ sind meiner Meinung nach nicht ursächlich für austickende Jugendliche oder junge Erwachsene. Da gibt es viel mehr Einflüsse, die zu so etwas führen.
    Irgendwann werden, in euren Augen die Nerds, also auch erwachsen. Und wir sind nicht wie ihr früher. So wie unsere Kinder nicht wie wir sein werden. Einen guten Konsens zu finden und computerinteressierte Kinder diesbezüglich zu fordern wäre vielleicht eine gute Lösung anstatt das unvermeidliche zu hassen und sich selbst daran kaputt zu machen.

    Grüße,
    Holly, 28

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  19. Wääääh, ich verstehe Erziehung und Technik nicht, bin unheimlich frustriert und lasse alles an meinen Kindern aus.
    Gott, bin ich froh das meine Mutter mit diesen „scheißcomputern“ völlig locker umgegangen ist. Dadurch war sie einfach eine angenehme person mit der man als Sohn gerne zeit verbrachte, völlig selbstständig. Ist ja beängstigend, was Sie von Ihren Erziehungsmethoden erzählen, und schlimmer noch was man in den Kommentaren an Zuspruch lesen muss.
    Riesen Überraschung: Jugendliche hassen es, nicht auf Augenhöhe behandelt zu werden. Wie wärs also, wenn ihr eure Kinder mal wie normale Menschen behandelt? Ganz verrückte Idee.

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  20. Liebe Julia,

    ich denke nicht, dass ich mich als Noch-Nicht-Mutter vollends in deine Gefühlswelt hineinversetzen kann. Ich bin aber Medienpädagogin und natürlich ruft dein Artikel bei mir den Reflex hervor, mich erst einmal zur Wehr zu setzen. Ich habe dann aber beim Lesen einen Schritt zurückgetan und dachte mir, es ist ebenso meine Aufgabe, dir erst einmal zuzuhören. Genauso habe ich aber auch den KommentarschreiberInnen zugehört, die hier ihre Computerzeit als Teenager im Nachhinein als etwas sehr Wertvolles bewerten können. Ich denke, dass dadurch die sehr einseitige Perspektive im Artikel wieder etwas ausgeglichen wurde – wenn auch erst sehr weit unten in einer Kommentarspalte, die vielleicht nicht jeder zu Ende liest.
    Ich möchte gerne einen Punkt ergänzen, der mich am Artikel und an einigen Kommentaren dazu sehr stört. MedienpädagogInnen werden als realitätsferne und irgendwie sogar nervige Typen dargestellt, die weltfremde „Scheißtipps“ geben, die kein Mensch umsetzen kann. Hier möchte ich gerne einmal mit dir teilen, dass ich es für fahrlässig halte, eine solche Stimmung gegen MedienpädagogInnen zu generieren – denn eben diese beschäftigen sich tagtäglich damit, all diese Fragestellungen und Perspektiven, die dich ja so umgetrieben haben, irgendwie konstruktiv zu lösen und allen Beteiligten möglichst viele Tipps und Anregungen mit auf den Weg zu geben (ja, für diese Scheißtipps haben die meisten von uns sogar studiert). Und zwar lange nicht nur im Feld der Computerspiele und Medienerziehung im Elternhaus. Was man dabei nicht vergessen darf: MedienpädagogInnen laufen dabei regelmäßig gegen Wände – ob in der Schule, bei LehrerInnen, im außerschulichen Bildungsbereich, bei Eltern, bei der Politik etc. Wir leisten dann viel konstruktive Überzeugungsarbeit, weil wir die große Herausforderung „Medienbildung“ sehr ernstnehmen. Ich kann aus eigener tagtäglicher Erfahrung mit Kindern und Jugendlichen sagen: Ja, wir brauchen dringend mehr Medienbildung. Ja, wir haben in diesem Feld bereits wichtige Jahre verloren und wir werden weitere Jahre verlieren, wenn sich nicht grundsätzlich die Einstellung zu einer ganzheitlichen Medienbildung für unsere Kinder und Jugendlichen ändert. Und nein, es bringt uns definitiv nicht voran, wenn Eltern, die ja eben leider auch nicht früh genug von dieser ganzheitlichen Medienbildung profitieren konnten, genau deswegen die MedienpädagogInnen zu realitätsfernen Besserwissern deklarieren. Da verkennst du die Breite, die Notwendigkeit und die Ernsthaftigkeit unseres Arbeitsfeldes.
    Viele von uns hätten dir in deiner Situation damals gerne so differenziert und so früh wie möglich geholfen. Dann hättest du diesen Artikel erst gar nicht schreiben müssen. Schade Marmelade.

    Liebe Grüße,
    Ruth

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  21. Sehr geehrte Frau Ruth, ich kann mir vorstellen, dass Sie sich angegriffen fühlen, wenn man ihre Medienkompetenzen in Frage stellt. Sie könnten sich vielleicht auch in die Perspektive von Eltern hineinversetzen, es ist die erste Elterngeneration, die derart medienmässig überrollt wird. Es gibt kein Patentrezept nirgends, ich kenne selbst jede Menge ratloser Eltern, die nicht wissen, wie sie mit wenig Streit ein gutes Verhandlungsergebnis erzielen. Auf der anderen Seite haben Sie die Schulen bzw. die Schulpolitik bzw. eine Dorothea Bär, die Medien in der Schule entweder kritiklos gutheißen, am besten schon Tablets in der Schule, bevor die Basis wie Schreiben mit dem Stift überhaupt erlernt sind. Da wird jede Menge Geld reingeschüttet, damit das Kind schon sehr früh lernt, wie die Arbeitswelt später aussieht. Medien kritisch hinterfragen? Fehlanzeige. Ein bisschen Medienkompetenz hier und da von Lehrern, die dafür überhaupt nicht ausgebildet sind. Ich fände es super avantgardistisch, wenn diese Bundesregierung sagen würde: Bedenken first! Vor Abschluss der Grundschule keine digitalisierte Schule. Stattdessen herrscht totale Hilflosigkeit. Handys verbieten? WhatsApp verbieten! Jeden Tag kommt eine neue sehr doofe Idee. Das macht Eltern wütend. Vor allem wenn die Verwantwortung den Eltern zugeschoben wird. Als ob es mit Medienzeiten getan wäre. Schön wäre es!

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  22. Sorry, ich will nicht alle Kommentare lesen. Deshalb weiß ich nicht, ob mein Gedanke bereits von jemandem formuliet wurde. Nämlich dieser: Solange die Kinder gute Schulnoten haben – und auch soziale Kontakte – sieht man als Mutter oder Vater ganz alt aus, wenn man wegen der PC-Zeiten diskutiert. Was ich sagen will: Ein Kind/Jugendlicher kann internetsüchtig sein und trotzdem ein guter Schüler mit vielen Freunden.
    Was ich absolut nachvollziehen kann, ist der Hass auf dieses Medium, das einem das Familienleben zerstört. Denn genau das passiert – grßflächig! Wer das ignoriert oder schönredet, ist in meinen Augen völlig verblendet.
    Angemerkt: Ich bin Redakteur und versuche seit 14 Tagen zusammen mit unserem Praktikanten (22 Jahre, Student der Medienwissenschaften/Games), das Thema für unsere Leser aufzubereiten. Was dabei auffällt: Man kann Eltern (und auch die Schulen) noch so penetrant um Anregungen zum Thema bitten – kein Schwein meldet sich aus eigenem Antrieb. Bedauerlich.

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    1. Ich gehöre zu den Verblendeten, die es gerne etwas differenzierter sehen. Bei uns gehören Computerspiele zum Familienalltag und zerstören nichts.
      Was braucht ihr denn für Anregungen? Wahrscheinlich muss man konkret und nicht allgemein fragen.

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  23. Christiane Hoffmann

    Liebe Julia,
    großartig! Genau so ist es! Und vor allem: die Jungs machen das nicht gegen uns, sondern für sich. Und um sich abzugrenzen. Digitale Freunde überall auf der Welt sind normal geworden, das ist toll! Einmal habe ich bei meinem Großen mitbekommen, wie sich einer seiner Mitspieler nicht Team-korrekt verhalten hat. Das war wie beim echten Sport! Nur ohne Bewegung halt… Und: er hat eigentlich nur übers Gaming Englisch gelernt und keine Hemmungen mehr, zu sprechen und sich im Unterricht mündlich zu beteiligen. Das ist doch auch was!
    Mein Credo: Mütter müssen sich entspannen! Sie sehen, wenn es den Kindern nicht gut geht und da muss man ansetzen. Nicht bei theoretisch erstellten Guidelines und Regeln..,

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  24. Zum Abschnitt „Medienpädagogische Theorie Nr. 1: „Medienzeiten vereinbaren“ „: Ist hier eigentlich niemanden aufgefallen, dass das Problem da nicht in erster Linie der Wunsch des Sohnes ist, die vereinbarte, aber nicht einlösbare Medienzeit zu sammeln, sondern dass da quasi drei Tage am Stück so zugeplant sind, dass Sohnemann nicht mal eine f**cking halbe Stunde Zeit hat, das zu tun, was er gern möchte? Ist doch völlig klar, dass da Frust aufkommt, völlig unabhängig davon, ob es um Medienzeit oder sonstwas geht.

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    1. Computer / Internet / Spiele ist vertane Lebenszeit – es bringt keine echten (Lebens) -Erfahrungen mit sich.

      Zudem – ich lese hier auch nichts über das Thema Pornographie. Das scheint ein totales Tabu zu sein. Ist aber doch bekannt, oder?

      Einmal „anal“ und „blond“ eingeben und dann bitte mal schauen, was so kommt.

      Vielleicht noch ein Klick wegen der Jugendschutz Einstellungen im Browser – das war es schon.

      Ein Grossteil der Kinder hat heute beispielsweise über die Smartphones direkten und unkontrollierten Zugang zu den härtesten Pornos und wächst damit auf. Jedwede Perversion ist auf Mausklick verfügbar.

      Eine Generation lernt so die Sexualität so kennen – immerhin die stärkste Kraft im Menschen.

      Und vorallem die Jungs sind gefährdet.

      Heute sieht ein Jugendlicher oder auch ein Mann mehr attraktive Frauen und kann diese auch beglücken – zumindest virtuell – in der Stunde als früher im ganzen Leben.

      Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit gibt es etwas ohne Maß, soziale Kontrolle und Endlichkeit.

      Und es ist hier in den Statements der Kinder und Jugendlichen bereits angeklungen – es ist eine Flucht.

      Anstatt Ihre Probleme anzugehen oder spielerisch andere Erfahrungen zu machen, verlieren sie sich in virtuellen Welten.

      Da gibt es nichts zu beschönigen a la der Computer macht auch kreativ. Da kann ich Pokémon im Minecraft spielen. Das ist Augenwischerei.

      Diese lasche Haltung gegenüber dem Suchtpotential wird unserer Gesellschaft noch kräftig vor die Füße fallen. Und zeigt sich jetzt schon in der drastischen Zunahme von psychischen Erkrankungen. Ich meine 6% aller Deutschen nehmen inzwischen Antidepressiva.

      Man kann sich ja auch fragen – warum habe ich denn so eine Wut auf das Teil?

      Weil es die Kinder und besonders die Jungs kaputt macht oder das volle persönliche Potential eben nicht ausgeschöpft werden kann.

      Vielleicht ist die Wut ja berechtigt?

      Meiner Meinung nach hängt diese laissez-faire Haltung auch mit der Vaterlosigkeit bzw. der Diskriminierung der Männer idula zusammen: es wird mit Kindern und Jugendlichen verhandelt, wo es nichts zu verhandeln gibt. Es wird weichgespült, wo Mut, Klarheit und Konsequenz angezeigt wäre.

      Und wem nützt es, wenn aus süchtigen Kindern süchtige Erwachsene werden?

      Allen: den Hardwareherstellern, der Softwareindustrie, den Pharmazeuten, der Gesundheitsindustrie, den Medienpädagen 😉 ebenso. Undsoweiter. Wir opfern unsere Kinder sehenden Auges auf dem Altar des Wirtschaftswachstums und der Marktwirtschaft. Dabei ist auch hier ein Ende in Sicht,

      Wenn ein paar Eltern so ein Teil zerhacken, vielleicht macht es ja Schule.

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  25. Liebe Julia,
    vielen Dank für diesen Artikel! Ich habe mich erstmals verstanden gefühlt, weil ich sonst auch immer sehr widersprüchliche Hinweise für unser Verhalten als Eltern gegenüber unseren Söhnen (21, 18, 14) gelesen habe.
    Mal soll man aufpassen, dass sie nicht zuviel spielen (was ist zuviel, was ist Sucht?), mal soll man doch Vertrauen haben, das das nur eine Phase ist, die vorüber geht.
    Mein 18-jähriger hat nicht oder kaum für sein Abi gelernt (Zitat von ihm: (während er auf sein game counter strike guckt): ich weiß gar nicht, warum die sich alle so heiß machen, is‘ doch alles gar nicht nötig (3er Kandidat); oder: wieso Mama, ich hab doch mit den Büchern gelernt (aber es lag kein Buch herum oder Unterlagen lagen noch unter der gleichen Staubschicht…). er hat in Mathe nun 1 Punkt, in Deutsch und Bio 4 Punkte (und muss dort in die mdl. Nachprüfungen) und in Englisch 9 Punkte. Obwohl er – seit die schriftl. Prüfungen zuende sind, die Nacht zum Tage macht und quasi nur zockt oder Filme guckt (morgens um 6.30 Uhr ins Bett gehen und nachmittags um 17.00 Uhr aufstehen), habe ich trotzdem versucht, ihm das Signal zu geben, dass er die mdl. Prüfungen schon schaffen wird, wenn er die 4 verbliebenen Tage nutzt, um noch zumindest soviel zu lernen, dass er das Abi mit 100 Punkten schafft. Da sein Internet zwei Tage nicht ging, dachte ich, dass er tatsächlich jetzt die Bücher nimmt (allerdings stehe ich nicht dauernd hinter ihm in seinem Zimmer, sondern glaube, dass er ein bisschen für die Schule macht). Er ist sogar heute morgen um 8 Uhr aufgestanden.
    Stattdessen hat er das kaputte Internetkabel ausgetauscht (indem er es vom Familiencomputer abgestöpselt hat) und morgens wieder angefangen zu spielen!
    Ich war total enttäuscht, weil ich meinte, gezeigt zu haben, dass ich ihm vertraue (du schaffst das schon, aber bitte schau auch, dass Du noch ausreichend lernst, was Du brauchst, Du willst ja der Schule endlich den Rücken kehren und sein Kommentar: ja Mama, mach ich).
    Wäret Ihr nicht enttäuscht, wenn Ihr feststellen würdet, dass Eurer Sohn trotz anderer angezeigter Absichten schon morgens spielt und dadurch signalisiert, dass er auf Euer Vertrauen scheißt und nicht einhalten muss, was er Euch gesagt hat?
    Er kann mir nicht weißmachen, dass er den vielen Stoff für 3 Fächer schon noch schaffen wird ( man kann das nicht mal eben in 5 Stunden alles verinnerlicht haben!)
    Man muss dazu wissen, dass ich meinen Sohn und seine jetzige Freizeitgestaltung oft vor meinem Mann verteidige, da ich meinte, dass das ja nur eine Phase ist und er eben ja immer pünktlich zur Schule gegangen ist, auf Körperhygiene achtet und auch mal real life-Spiele spielt wie pen and paper). Alles also, was laut Expertenmeinung noch als „entwarnendes Zeichen“ gilt und das habe ich gegenüber meinem Mann (und letztendlich auch mir) so gesehen.
    Mein Mann meint, dass das nicht normal sei, dass mein Sohn sich ins dunkle Zimmer zurückzieht und nur zum Essen oder Duschen rauskommt.
    Nun habe ich ihn also immer verteidigt („jeder ist eben anders, er findet schon seinen Weg“) und jetzt kurz vor knapp (alle Eltern möchten, dass das Kind einen Abschluss schafft), bin ich durch das Verhalten meines Sohnes so tief enttäuscht, dass ich das Kabel abgemacht habe und gesagt habe, dass er von uns kein Internet mehr bekommt. Wenn er welches haben möchte, dann müsste er ausziehen (da war ich nicht cool, sondern hab echt geheult).
    Es kostet Kraft, immer Verständnis für Computerspielen und die eigenen Entwicklungen meines Sohnes zu zeigen und zu signalisieren, dass es mir nicht um Höchstleistungen geht, sondern das ich seine Entwicklung akzeptiere. Aber es kann nicht sein, dass von seiner Seite (obwohl angekündigt) keinerlei Anstrengung kommt, auch mir zu zeigen, dass er seinen Abschluß wirklch zuende machen möchte.

    Es wäre ein gegenseitiges Ernstnehmen gewesen, kann ich das nicht von einem fast 19-jährigen erwarten, der doch auf Augenhöhe behandelt werden möchte?
    Ich habe mich für die Spiele von ihm interessiert, Counter strike probiert (mir ist aber schwindlig geworden durch die ruckartigen Bewegungen) und nehme mir alle Zeit der Welt, wenn wir über „Gott und die Welt“ ins Gespräch kommen.
    Er ist jetzt erstmal zum Feiern gegangen, kommt wohl morgen früh wieder nach Hause, aber ich weiß jetzt einfach nicht mehr weiter.
    Die Abiballkarten kosten 47 € das Stück, 6 Karten würden wir als Familie brauchen, wir haben wahrlich keinen Geldesel zuhause und wir bekämen das Geld auch nicht wieder. Noch ein Jahr Abiwiederholung kostet uns ebenfalls eine Stange Geld (private Schule), die ich lieber in seine weiterführende Ausbildung (welche auch immer) stecken würde. Wir haben auch noch zwei andere Söhne, die in Schule oder Ausbildung stecken…..
    Ich habe ihm vor zwei Tagen gesagt, ich vertraue, dass er es schafft und wollte das Geld für die Karten überweisen, aber jetzt ist mein Vertrauen weg und ich habe ihm auch gesagt, dass ich keinen Abianzug mit ihm kaufen gehe. Ich hab einfach keine Kraft mehr und von meinem Mann kommt auch keine Hilfe, der ist mit seiner Arbeit schon genug beschäftigt und lamentiert mir gegenüber nur über seinen Sohn, der nach seiner Meinung das richtige Leben an den Computer verschenkt.
    Im übrigen hat mein Sohn selbst vor einiger Zeit gesagt, dass er den größten Fehler seines Lebens gemacht hat, als er sein Konfirmationsgeld für einen Computer ausgegeben hat; er hätte sich lieber ein gutes Fahrrad kaufen sollen und weiter Fußballsielen sollen. Er wolle selber versuchen, vom Computerspielen und Filmegucken wegzukommen, aber in seinem Tempo (ich hatte ihm angeboten, dass er auch andere Hilfe in Anspruch nehmen könnte, wenn er wollte).

    An alle also, die meinen, dass man die Kinder mit Zwang zu etwas bringen soll („damit sie so werden wie alle in der Gesellschaft“, denn „es täte ihnen nur gut, wenn sie schon mitbekämen, wo der Hase langläuft“): ich bin immernoch der Überzeugung, dass wir mit Zwang am Einzelnen diese leistungsversessene und damit fast neurotische Gesellschaft befördern, die keinen Platz für den so dringend benötigten Individualismus hat. ABER:
    es ist ein verdammt sch….schwerer Job als Eltern, wenn man sein Kind als Individuum reifen lassen möchte und doch den äußerlichen Zwängen (Schule, Gesellschaft, Berufswelt, Finanzen) ausgeliefert ist (zumal man selber so erzogen wurde). An alle also, die diesen Erziehungsstil gut finden:
    versucht erstmal selber, sowas durchzuziehen, ohne dabei zu verzweifeln!
    Ich wünsche allen einen entspannten Sommer (mit oder ohne Computer)!:))

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  26. Hi,
    sehr schöner Artikel, er beschreibt auch meine Vergangenheit (ich bin einer dieser Jungen) sehr akkurat! Durch Anekdoten gut dargestellt sind einerseits die Unwissenheit und Ignoranz einer älteren Generation gegenüber unbekannten neuen Konzepten, als auch rebellisches und dickköpfiges Verhalten von Jugendlichen in der Pubertät. Beides sind Muster, die (insbesondere den Erwachsenen) eigentlich bekannt sein sollten.

    Ich halte die Tipps der Medienpädagogen Interesse zu zeigen für grundsätzlich richtig. Meiner Erfahrung nach, scheitern diese Versuche jedoch meistens an der Umsetzung. Meine Mutter konnte mir jedenfalls nie glaubhaft vermitteln, dass sie Interesse an dem hat was ich tue. Es klang dann doch viel mehr nach einer neuen Strategie mich von Computer weg zu bekommen. Da man als Sohn seine Mutter in der Regel recht gut kennt, müsste man als Mutter vermutlich schon etwas konsequenter über den eigenen Schatten springen, um Glaubhaftigkeit und Respekt zu gewinnen. Eine generell negative Grundstimmung und Gereiztheit beim Thema Spiele sowie die gelegentliche Verwendung des Wortes „Scheißcomputer“ sind auf jeden Fall nicht hilfreich! 😉

    Als spielender Jugendlicher fühlt man sich in der Regel von Personen bevormundet, deren Abneigung gegen die eigenen Interessen vor allem auf Unwissen beruht. Das ist frustrierend und führt insbesondere bei selbstständigen und selbst-denkenden Jugendlichen in der Regel zum Verlust von Respekt vor den Eltern („die haben offensichtlich keine Ahnung, wie sollen sie dann wissen was wichtig für mich ist und warum sollte irgendwas tun was sie sagen“) und Rebellion, ebenfalls nicht hilfreich.

    Aber selbst wenn die Eltern kein ernsthaftes Interesse zeigen möchten oder können, zeigt der abschließende Paragraph des Artikels einen weiteren Weg auf: einen etwas gelasseneren Umgang mit dem Thema. Denn auch exzessives Spielen führt (wie inzwischen ja die große Mehrheit der Beispiele zeigt) nicht zu einer Reihe depressiver, einsamer Männer, die ihr Leben nicht in den Griff bekommen.
    Es wäre also angebracht, dem Thema etwas weniger hysterisch zu begegnen, vielleicht entwickelt sich dann ja tatsächlich so etwas wie Interesse und Verständnis. Das geht natürlich auch nicht mit dem Begriff „Scheißcomputer“.

    Um die Liste um ein weiteres Beispiel zu erweitern: Ich gehörte sicher zu der Sorte der extremeren Zocker mit zeitweise mehr als 12 Stunden am Tag. Ich bin jetzt 28, habe bald meinen Doktortitel, bin in einer Beziehung und habe Freunde. Und ich habe noch nicht einmal Übergewicht. Und wie man sieht, triggert mich dieses Thema immernoch. 😉

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  27. Claudia Kaemmerling

    Liebe Julia,

    ein sehr guter Beitrag, der die Verzweiflung vieler Familien sehr genau trifft. Ich bin selbst Mutter zweier Söhne (10 und 13) und verspüre oft eine ähnliche Wut. Auch arbeite ich als Kinder- und Jugendlichentherapeutin und erlebe in Elterngesprächen oft eine Resignation und Hilflosigkeit. Kinder rutschen mit den Schulnoten ab oder beginnen keine Ausbildung. Es mag erfreuliche Fälle geben, wo es eine andere Wendung gegeben hat, in meiner Praxis jedoch erlebe ich oft nicht die „Happy Ends“

    Ich frage mich allerdings, warum sich viele nicht trauen ihre Autorität einzusetzen, um den Medienkonsum einzugrenzen. Wir dürfen doch nicht kampflos zusehen, dass sie ihre Kindheit verdaddeln! Woran sollen sie sich später erinnern? Unter welchem pädagogischen Deckmantel, wollen wir dies tolerieren? Entfaltung der Individualität?

    Auch ich bin persönlich damit konfrontiert. Es gibt bei uns ganz klare Vorgaben und wenn die nicht eingehalten werden , dann ist das „Scheißding“ weg. Da gibt’s auch keine Diskussion, da könnten die sich auf den Kopf stellen.

    Für mich ist klar, dass der Schultag, wie ein Arbeitstag ist und dass man sich dann auch entspannen möchte. Mein Sohn (13) darf seine Zeit selbst einteilen, wann er dann zockt. Aber es gibt für jeden Tag Haushaltspflichten (z.B. Wäsche aufhängen oder zusammenlegen, einkaufen, Abendbrot decken, saugen etc.) und die Hausaufgaben müssen erledigt sein. Am Dienstag und am Donnerstag geht er zum Tischtennistraining. Er MUSS eine Sportart machen, die er sich selbst aussuchen kann. Wenn er nicht geht, dann hat für diese Zeit auch kein WLAN. Außerdem MUSS er auch eine AG besuchen. Ein Playstation Gutschein kaufe ich nur bei einer 1 in der Klassenarbeit. Abends um 20:30 muss er sein Handy abgeben, weil ich möchte, dass seine Augen sich beruhigen .Ausdnahmen gibt es am Wochenende oder in den Ferien. Es gibt eine Bücherliste, die wir gemeinsam erstellt haben, die er bis zu einem bestimmten Zeitraum gelesen haben muss. Das lässt sich über ein bestimmtes Programm im Internet überprüfen. Hier kann er auch selbst entscheiden, wann und wieviel er liest, nur bis zu einem bestimmten Tag muss er dann fertig sein. Am Wochenende „schmeiße“ ich beide Söhne für 2h raus. Sie sollen sich draußen beschäftigen und dürfen auch erst nach 2h wieder rein. Wir haben Bälle, Tischtennis oder Longboard. Verabredung mit anderen Jungs ist kaum möglich, weil diese ebenfalls nur vorm Computer sitzen.

    Auch wenn das sehr streng klingt (muss, muss, muss), ich habe eine sehr herzliche Verbundenheit zu meinen Söhnen. Ich meckere nicht, sondern handle. Sie sind froh drum, dass ich sie strukturiere. Klar finden sie es manchmal blöd, aber grundsätzlich verstehen sie, dass es notwendig ist. Tischtennis macht meinem Sohn großen Spaß. Und obwohl er erst keine AG besuchen wollte, ist er jetzt froh drum, dass er die Tanz-AG besucht und hatte dort schon viele Auftritte gehabt mit viel Spaß und Applaus. Er war früher eine echte Leseratte und würde jetzt nicht mehr lesen, wenn ich ihn nicht „zwingen“ würde. Auch hier gibt es immer wieder Bücher, die er dann verschlingt, weil sie dann so spannend sind.

    Liebe Grüße
    Claudia

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    1. Hallo Claudia,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Vielleicht können wir einiges umsetzen.
      Auch alle anderen Kommentare fand ich sehr wertvoll -ich suche häufiger im Net nach dem Thema, und hier fand ich Diversitaet und Meinungen der Gamer selbst.

      Den Sohn meines Freundes begleite ich seit er 5 ist; der Vater ist großteils alleinerziehend und ich bin die feminine Präsenz in der Familie. Die Mutter sieht der heute 13jg recht selten.

      Seit Jahren mache ich mir grosse Sorgen wegen des Computerspieles. Es fing damit an, dass der damals 8jg von seinem wesentlich älteren Bruder ein Spiel geschenkt bekam, dass wegen seiner Brutalität erst ab 18 (oder 16) erlaubt ist. Das hätte ich unterbunden, aber bei der „Erziehung“ (das Wort mag ich nicht sehr) habe ich nichts zu sagen, und wir wohnen auch nicht zusammen.

      Seit der Sohn 9/10 Jahre alt ist, verbringt er sehr sehr viele Stunden mit dem gaming. Das kann so aussehen, dass er irgendwann gegen Mittags aufsteht und dann bis 3h morgens dabei bleibt. Manchmal legt er sich eine halbe Stunde vor den TV, ist dann aber sofort wieder vor dem Computer.

      Er hat häufig Bauchweh und ist nun auch, auf mein Drängen, in Behandlung eines Ostheopathen, der bereits ungute Veränderungen festgestellt hat, die auf das extrem lange Sitzen vor dem Computer zurückzuführen ist. Dauernd verletzt er sich beim Spielen, zBsp in der Schule oder beim Sport, so als ob er zu schwerfällig geworden wäre. Bauchfett, u.a., hat er jetzt auch schon.

      Wie im blog beschrieben, schwanke auch ich immer wieder zwischen Riesensorgen und sehr grossem Ärger. Auch das mit der Resignation passiert leider. Es tut mir auch fast körperlich weh, den Kleinen so einseitig beschäftigt zu sehen. Seine Augen werden auch schlechter. Seine Ansprache an andere, auch an uns, ist teils recht ruppig, teils unannehmbar geworden. Er ist ein sehr intelligenter Junge, aber in der Schule jetzt sehr schlecht und auch total uninteressiert (eigentlich an allem ausser dem gaming). Gut ist, dass er noch 3x die Woche Fussball spielt.

      Also, ich mache mir grosse Sorgen und wollte hier berichten.
      Wie gesagt, Eure Kommentare haben mir sehr geholfen.

      Viele Gruesse,
      Alexandra

      Antworten
    1. Claudia Kaemmerling

      Hallo Katharina,
      danke für die nette Rückmeldung. Ich habe mich mal erkundigt. Wir sind bei „Antolin“ angemeldet. Der Account wird allerdings über die Schulen zugeteilt, in unserem Fall war es die Grundschule. Für Privatpersonen ist es leider mit Kosten verbunden. Es gibt jedoch für Privatpersonen das Leseportal „Der Lepion“, wo man ebenfalls Fragen zu gelesenen Bücher beantworten kann. Wie da die Qualität ist, weiß ich allerdings nicht.
      Liebe Grüße

      Antworten
  28. Carmen Périat

    meine google suche zum thema „wenn jungs sich nur noch fürs gamen interessieren“, hat mich zu diesem artikel geführt. und ich bin so dankbar, dass ich mich trotz dem „ernst der lage“ einfach köstlich amüsieren konnte. genau so ist es und ergeht es mir und meinem man zur zeit! hab den link gleich meinem mann geschickt. ich will auch mit ihm „gelassen“ in der küche stehen und irgendwann meinen vielseitig interessierten, lieben und klugen jungen wohlbehalten im „echten“ leben wieder zurück haben

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